Drei Tage ist es jetzt her… Ich habe lange überlegt, ob ich darüber schreibe. … auf Facebook… …öffentlich….
Ich habe mich entschieden.

Die Menschen können mich verletzten (nein, ich bin keine Messi, habe nur nichts mehr investiert in das alte Gelände an der Klütstraße… … aus gutem Grund…), die Menschen können Unwahrheiten über mich erzählen (nein, ich baue keine Zwinger für eine Zwingerhaltung und nein, ich gehe nicht mit 30 Hunden durch das Dorf, und ja, wir entsorgen Hinterlassenschaften unserer Hunde).
Die Menschen können mir anonyme Briefe oder nicht anonyme Briefe schreiben, sie können wegschauen, wenn ich Ihnen entgegen gehe, sie können herablassend hinterherschauen, wenn ich mit glücklichen Kindern und tollen Hunden durch das Dorf gehe. All das ertrage ich, ich habe mich nie dazu geäußert und werde es auch weiterhin nicht tun. Ich möchte durch meine Arbeit hier überzeugen, ich möchte hier meinen Lebensunterhalt verdienen, mehr nicht, weniger aber auch nicht.

ABER – wenn es meine Hunde betrifft oder die mir von Herzen anvertrauten Hunde, dann ist Schluß. Dann stehe ich auf und dann äußere ich mich.

Kira hat überlebt oder viell. wäre sie auch „nur“ verletzt worden…

Ich schreibe es heute noch mit Herzklopfen. So sehr hat es mich getroffen.
Auf dem Feldweg, sechs Hunde und ich. Zwei an der Leine, Vier freilaufend, alle auf dem Feldweg, auf dem Feld dürfen die Hunde nicht laufen. Tun sie es, pfeife ich sie SOFORT runter. Hunde wissen nicht um Menschen, die das Vergehen anzeigen würden.

Trecker fährt auf dem Feld, kommt quer zum Feldweg, nicht auf dem Feldweg. Zwei große Rübenberge stehen auf dem Feld. Kurz nach dem Ersten leine ich zwei weitere Hunde an. Zur Sicherheit.
Nur Mini, meine kleine blinde Mini und Kira sind frei. Kira ist vorn, ca. 6 große Schritte von mir entfernt. Mini gottseidank !! hinter mir. Wir stehen, alle Hunde rechts am Rand, auch Kira… 

Der Trecker kommt um die Ecke (Rübenberg), damit hatte ich nicht gerechnet. Gottseidank stehen wir alle gesichert rechts.
Der Trecker fährt weiter auf die linke Seite vom Weg, danke, vielen Dank denke ich, der ist ja nett. Wie naiv kann man sein?

Und dann sehe ich sie – die Stange rechts, aus unserer Sicht, auf unserer Seite, rausragen (richtiges Wort? ist mir egal).

Meine Finger zittern so sehr. Ich hatte solche Angst. An der Stange ist eine Scheibe, die waagerecht in Höhe vom Kopf oder Hals von Kira hängt.

Ich rufe dem Mann auf den Trecker entgegen, er kommt mir direkt entgegen. Ich rufe so laut, ich kann. Ich schreie, ich rudere mit den Armen, sofern mir das mit fünf Leinen in der Hand möglich ist.
Aber ER BLEIBT NICHT STEHEN !!! Er bleibt einfach nicht stehen – ich habe ANGST!
Ich stehe hilflos daneben, ich kann nichts tun, fünf Hunde und ich, ich habe keine Chance, was soll ich tun ? Die anderen Hunde auch in Gefahr bringen ?
Ich kann nur zusehen.
Kira schaut mich an, wie immer, sie wartet auf das Handzeichen, dass es weitergeht. Sie ist 14 Jahre alt, sie hört schwer bis gar nicht, sie sieht schlecht und sie kriegt von all dem nichts mit.
Und dann – im letzten allerletzten Moment, kurz bevor die Scheibe ihren Kopf trifft, duckt sie sich unter der Scheibe weg. Keine Ahnung, warum. Es ist mir auch egal.

Der Trecker hält auf meiner Höhe, 6 Schritte von Kira entfernt.
Kira hätte jetzt am Feldrand gelegen, wenn es nicht so gut ausgegangen wäre. Ich bin außer mir, ich frage ihn, warum er nicht kurz angehalten hat. Ich frage nach seinem Namen, ich könnte ausrasten – darf ich natürlich nicht !

Und – natürlich war ich Schuld, ich muss meine Hunde anleinen und überhaupt – im Griff hätte ich meine ganzen Hunde sowieso nicht. Was sollte ich noch machen ? Alle !! Hunde haben am Feldrand gestanden, wir sind zur Seite gegangen. Mehr geht nicht !

Wißt Ihr, was ich mir gewünscht habe ? Und mir für die Zukunft wünsche, dass ich an der Stelle stehe, wo meine Kira gestanden hat.

Ob ich dann auch Schuld bekommen würde…. da ich mich ja wohl nicht im Griff habe… stehend am Feldrand…

Das ist nicht sarkastisch geschrieben, dazu bin ich viel zu traurig. Das nächste Mal, wenn ich einen Trecker sehe, werde ich mich in die Gefahrenzone stellen, vor meine Hunde !
Als der Mann endlich weg war, habe ich so sehr die Kira gedrückt und die Tränen liefen.
Wie sagte Jemand, dem ich davon berichtetete –
“ So etwas macht man nicht !“
Ja, dem kann ich mich nur anschliessen.
Es macht Angst ! Angst vor dem nächsten Trecker.